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Ratgeber Tumorschmerz

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Tumorschmerz
Therapie von Tumorschmerz

Bei der Therapie von Tumorschmerz kommt in der Regel eine medikamentöse Form der Therapie zum Einsatz. Die Wahl der Medikamente orientiert sich an einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Stufenschema. Dieses teilt den Schmerz in drei Kategorien von schwach bis stark ein. Bei leichten Schmerzen werden sogenannte Nicht-Opioid-Analgetika eingesetzt. Sind diese in ihrer Wirkung zu gering, kommen schwach wirkende Opioide zum Einsatz und bei sehr starken Schmerzen stark wirksame Opioide. Bei der Therapie von Tumorschmerz ist es wichtig, die Behandlung stets individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. Auch eine palliativmedizinische Behandlung ist möglich.

Therapie von Tumorschmerz

Jede Art von Tumorschmerz verpflichtet den Arzt zur Ergreifung therapeutischer Maßnahmen. Eine unterlassene Schmerztherapie erfüllt in Deutschland sogar den Tatbestand einer Körperverletzung. Ziel der Therapie von Tumorschmerz ist immer die Reduktion des Schmerzes auf ein für den Patienten erträgliches Maß, welches in der Regel bei vielen Patienten auch erreichbar ist.

WHO-Empfehlungen zur Therapie von Tumorschmerz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Empfehlungen zur Schmerztherapie bei Tumorpatienten herausgegeben. Sie bestehen aus vier Punkten:

  • Durchführung einer nicht-invasiven (nicht eindringend), wenn möglich oralen Therapie bei Tumorschmerz
  • Durchführung einer (Dauer-)Therapie nach festem Zeitplan bei Tumorschmerz
  • Durchführung einer Therapie nach dem WHO-Stufenschema bei Tumorschmerz
  • Durchführung einer individuell auf den Patienten abgestimmten Tumorschmerztherapie

Solange es möglich ist, sollte die Therapie von Tumorschmerz nicht-invasiv und wenn möglich durch eine orale Applikation (Verabreichung von Medikamenten) erfolgen. So bleibt dem Patienten die größtmögliche Unabhängigkeit erhalten, auch gegenüber seinem Therapeuten. Dies ist bei der Therapie von Tumorschmerz allerdings nur möglich, solange der Patient nicht unter Magen-Darm-Beschwerden leidet.

Da chronischer Tumorschmerz meist dauerhaft besteht, bedarf er einer dauerhaften Behandlung. Um dies bestmöglich umzusetzen, werden in der Therapie von Tumorschmerz bevorzugt retardierte (verzögert wirkende) Präparate eingesetzt. Durch sie wird der Wirkspiegel des Medikaments konstant im therapeutischen Bereich gehalten, ohne dass Einnahmen zu Zeiten erfolgen müssen, die schlecht durchführbar sind. So sind bei einer oralen Verabreichung beispielsweise Einnahmeintervalle von acht bis zwölf Stunden ausreichend.

Das WHO-Stufenschema beinhaltet drei Stufen der Schmerztherapie in Abhängigkeit von der auftretenden Schmerzstärke beim Tumorschmerz. Stufe I beinhaltet Tumorschmerz der geringsten Stärke. Für ihn ist eine Therapie mit Nicht-Opioid-Analgetika vorgesehen, zu denen zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac zählen. Reicht die dadurch erzielte schmerzstillende Wirkung nicht aus, wird auf Medikamente der Stufe II zurückgegriffen. In dieser Stufe befinden sich schwach wirksame Opioide wie Tramadol oder Tilidin/Naloxon, die separat angewendet oder mit Nicht-Opioid-Anageltika der Stufe I kombiniert werden können. Stufe III beinhaltet schließlich stark wirksame Opioide wie Fentanyl und Morphin, die ebenfalls allein oder in Kombination mit Nicht-Opioid-Anageltika verabreicht werden können. Bei allen drei Stufen können gegebenenfalls Adjuvatien eingesetzt werden, wie z. B. Laxantien und Antiemetika. Sie werden häufig in Verbindung mit Opioiden verabreicht, um auftretende Nebenwirkungen zu minimieren. So wirken Laxantien einer Obstipation (Verstopfung) und Antiemetika einer Übelkeit entgegen, die durch Opioide häufig ausgelöst werden.

Um für jeden Patienten ein optimales Therapieergebnis bei Tumorschmerz erzielen zu können, ist es notwendig, die Schmerzbehandlung bei Tumorschmerz individuell auf den Patienten abzustimmen und an seine Bedürfnisse anzupassen. Es ist dazu erforderlich, den Patienten während der Therapie des Tumorschmerzes und bei der Einstellung auf die jeweilige Therapiestufe engmaschig zu überwachen, und auch im weiteren Verlauf den Therapieplan für die Behandlung des Tumorschmerzes immer wieder an seine aktuelle Situation anzupassen.

Palliativmedizinische Therapie bei Tumorschmerz

Bei der palliativmedizinischen Therapie wird versucht, den Tumorschmerz zu minimieren. Denn in diesem Endstadium der Krebserkrankung besteht keine Möglichkeit der Heilung. Oft reicht in einem solchen Fall die orale Verabreichung von stark wirksamen Opioiden nicht mehr aus, um den Tumorschmerz erträglicher zu machen. In diesem Fall kann durch einen durch Injektionen verabreichten (intrathekal) Wirkstoff bessere Erfolge erzielt werden. Der Wirkstoff wird dabei direkt in den Liquorraum unter der harten Hirnhaut gespritzt.

Für die intrathekale Behandlung von Tumorschmerz wird oft das Opioid Morphin verwendet und immer häufiger ein Wirkstoff, der durch seine Beschaffenheit eine Weiterleitung der Schmerzen über die Nervenbahnen blockiert. Dieser kann aufgrund seiner Wirksamkeit als Alternative zu Opioiden verabreicht werden. Er besitzt darüber hinaus den Vorteil, dass das Nebenwirkungsspektrum kleiner ist und eine Toleranzentwicklung nicht gegeben ist. Es ist also bei einer längeren Anwendung gegenüber den Opioiden im Vorteil. Denn bei Opioiden muss die Dosis gesteigert werden, um die Wirksamkeit zu gewährleisten.

Lydia Köper

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Es gibt verschiedene Ursachen, die für die Entstehung von Tumorschmerz verantwortlich sein können. Der Tumorschmerz kann z. B. durch Nervenreizungen oder Entzündungen bedingt durch den Tumor selbst entstehen. Des Weiteren kann er durch Begleiterkrankungen verursacht werden, die mit einer Krebserkrankung einhergehen. Dazu gehören z. B. verschiedene Infektionen oder Wundliegen infolge von Bettlägerigkeit. Auch durch die therapeutischen Maßnahmen kann es zu Tumorschmerz kommen, z. B. in Folge von Chemo- und Strahlentherapie oder aufgrund der Einnahme von Medikamenten. Tumorschmerz kann aber auch unabhängig von den bisher genannten Faktoren in Verbindung mit einer anderen Erkrankung auftreten.

Diagnose Tumorschmerz

Für die Diagnose von Tumorschmerz ist es wichtig, dass der Patient das offene Gespräch mit seinem Arzt sucht, da es für Tumorschmerz keine spezifischen Untersuchungsmethoden gibt. Erst dann hat der Arzt die Möglichkeit, mit verschiedenen Verfahren den Tumorschmerz zu lokalisieren. In einem ausführlichen Gespräch wird der Arzt zudem versuchen, den Grad des vom Patienten empfundenen Schmerzes zu ermitteln. Dafür bietet sich z. B. eine sogenannte visuelle Analogskala an, bei der der Patient seinen Schmerz zahlenmäßig ausdrücken kann. Die Werte werden vom Arzt festgehalten, um den Verlauf dokumentieren und besser beurteilen zu können.

Gerade bei fortgeschrittenen Krebserkrankung ist der Tumorschmerz häufig stark ausgeprägt. Aus diesem Grund haben palliativmedizinische Anwendungen eine große Bedeutung für die Betroffenen. Denn auch wenn der Krebs zu diesem Zeitpunkt nicht mehr heilbar ist, muss der Patient sich nicht mit dem Tumorschmerz abfinden. Die orale Einnahme von Medikamenten reicht in diesem Stadium der Erkrankung meist nicht mehr aus, da die Schmerzen zu groß sind. Deshalb werden die Wirkstoffe, z. B. Opioide, dem Patienten direkt unterhalb der harten Hirnhaut injiziert. Diese Form der Therapie nennt sich intrathekale Tumorschmerztherapie.